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Einweg? Mehrweg?

Moin!

Heute geht es mal um Getränkeflaschen (basierend auf einem Spiegel-Artikel [24.05.2015]). Da fragt man sich ja oft, welche man denn nehmen soll: Einweg, Mehrweg; Plastik, Glas oder Pappe.

Zu erst einmal: Einweg- oder Mehrwegflaschen:
In Deutschland gibt es keine einheitliche Kennzeichnung, ob die Flaschen dem einen oder dem anderen System angehören. Vermerkt auf der Verpackung ist, ob es generell Pfand gibt; da fängt die Problematik auch schon an: Einige Produkte unterliegen nicht der Pfandpflicht: Säfte, Milch, Wein, Spirituosen; wobei Brausen in den selben Verpackungen Pfand erhoben wird.
Erkennbar ist der Unterschied von Einweg- und Mehrwegflaschen vor allem am Pfand:Bei Einweg (da sie „ökologisch unvorteilhaft“ sind), müssen laut per Gesetz 25 Cent kosten. Bei Mehrweg liegt der zwischen 8 und 15 Cent. Der Pfand für Mehrweg wird von den Produzenten freiwillig erhoben, um die Flaschen zurückzubekommen. Was u.a. inzwischen auch dazu führt, dass gewisse große Getränkeunternehmen ihre Mehrweg-auf Einwegflaschen umstellen. (Wenn die Mehrwegflaschen nicht oder an anderen Orten zurückgegeben werden, fallen höhere Transportkosten an, bzw es rentiert sich nicht, wenn die Flaschen ohnehin weggeschmissen werden)

Da zeigt sich schon das nächste Problem: Mehrweg verursacht höhere Transportkosten. Natürlich schonen Mehrwegflaschen Ressourcen, allerdings belasten sie durch längere Transportwege die Umwelt und verbrauchen Energie.
Im Gegensatz dazu steht, dass die Produktion und Entsorgung der von Einwegflaschen ebenfalls viel Energie verbraucht. Als Vergleich entstehen bei der Produktion einer Einwegflasche aus Plastik etwa 55 g CO2-Emissionen mehr, als bei der Wiederbefüllung einer Glasflasche.
Insgesamt hat sich das recycling-System bewehrt: 97% der Pfandbehältnisse werden zurückgebracht und können zu neuen Flaschen recycelt werden.
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Glas oder Plastik?
In den Getränken in Plastikflaschen lassen sich Rückstände aus dem Plastik wiederfinden. Zwar seien die Rückstände nicht gesundheitsschädlich, aber wenn die Verpackungshersteller selbst nicht wissen, was alles in dem Plastik drin ist, will ich das ja nicht unbedingt über das Trinken aufnehmen…
Bei der Umweltbilanz sieht es anders aus: da liegt die Plastikflasche weit oben, weil sie aufgrund ihres geringen Gewichts im Vergleich zu Glasflaschen wesentlich günstiger (sowohl die Kosten, wie auch in den CO2-Emissionen) transportiert werden können. Dazu kommt, dass Glas, wenn es recycelt wird, erst bei deutlich höheren Temperaturen schmilzt, als Plastik.
Die Dose hat eine noch schlechtere Umweltbilanz, vor allem wenn sie aus Aluminium ist. Neben dem sehr hohen Energiebedarf bei der Produktion kommt dazu, dass Aluminium nicht in anderen Dosen recycelt werden kann. Die Recyclingquote liegt dort bei 0-6%, PET-Flaschen bei 15-35% und Glas bei 65%.
(Nebenbei: Getränkekartons werden als „ökologisch vorteilhaft“ eingestuft und haben deshalb keinen Pfand, zwar erschwert der Kunststoffverschluss die Produktion, allerdings werden immerhin noch 71% der Verpackung weiterverarbeitet. Auch wenn man bedenken muss, dass diese Verpackungen von Innen mit Plastik beschichtet sind.)

Insgesamt hat die beste Ökobilanz eine regional abgefüllte Glasflasche (da sie gesundheitlich unbedenklicher ist als Plastik); verzichten sollte man auf jeden Fall auf Einweg und Getränkedosen 😉
Noch dazu kommt ja auch, dass Unmengen von Plastikfaschen (und Dosen) im Meer landen und wieder an unseren Stränden ankommen.
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Interessant finde ich auch den Vorschlag in Montreal, die Plastikwasserflaschen aus der Stadt zu entfernen; in den meisten Orten ist (besonders auch hier in Deutschland) das Leitungswasser ohnehin sehr gut, sodass man auf das teurere und in der Ökobilanz deutlich schlechtere Wasser aus Flaschen bedenkenlos verzichten kann 😉

 

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